Optimist oder Pessimist?

Gestern erzählte ich am Ende eines Workshops von meiner Theorie, dass jeder Mensch eine Aufgabe hat, für die er geboren ist. 

Und wenn er die gefunden hat, wird Arbeit zur Berufung. 

Ein ruhiger Teilnehmer, der bis dahin aufmerksam mitgearbeitet hat, geht auf einmal in den Widerstand. 

"Das erinnert mich an meinen Vater,  der hat auch immer so einen Blödsinn erzählt. Als ob jeder


Mensch für etwas Großes geboren wäre. Der Teilnehmer wirkt sehr energisch und ich erkläre sofort. 

"Schauen sie, dass ist meine Einstellung aber diese möchte ich niemanden aufzwingen und kann es auch gar nicht. Also wenn sie der Überzeugung sind, dass manche Menschen nichts haben, in dem sie aufgehen, dann ist das Ok für mich."

 

 

Der Teilnehmer ist von seiner Lebenseinstellung ein Pessimist und erwartet in vielen Situationen immer das Schlechteste. Er ist überzeugt davon, dass er sich dadurch vor Enttäuschungen schützt.

 

Doch leider ist er im Irrtum. 

 

Ich war früher der geborene Pessimist. Ich stellte mir vor, wie ich bei Prüfungen durchfiel und bei der Kickboxweltmeiserschaft im ersten Kampf ausschied.  Ich versuchte mich durch meine Gedanken abzuhärten. Einmal passierte es mir bei einer Weltmeisterschaft, dass ich im ersten Kampf ausschied und es hatte mich überhaupt nicht darauf vorbereitet. 

 

Doch als ich die Dokumentation " The Secret" zum ersten Mal gesehen hatte, lernte ich ein völlig neues Konzept kennen. 

 

https://youtu.be/OZguh-SVUMM

 

Angeblich könnten die Gedanken die reale Welt beeinflußen und nicht, wie ich immer dachte, die reale Welt die Gedanken. Klar ist die Doku amerikanisch und aufs Geldverdienen aufgebaut aber viele Prinzipien klangen vernünftig. Und ich wollte es versuchen.

 

Warum?

 

Wenn du 2 Möglichkeiten hast, und  du kannst keine davon beweisen oder widerlegen dann ist es ein Akt der Selbstliebe sich für die Bessere zu entscheiden.

 

Also wenn ich mir aussuchen kann zwischen der Idee, dass ich mein Leben mit meinen Gedanken gestalten kann oder dass alles zufällig passiert, dann entscheide ich mich lieber für die Gestaltung. 

 

Und genauso ist es mit Gott. Atheisten erzählen mir immer wieder, sie würden gerne an Gott glauben, können es aber nicht. 

 

Natürlich geht es. Es geht um 2 Zustände. Gott existiert oder Gott existiert nicht. Beide Zustände kann ich nicht widerlegen oder beweisen. Also muss ich mir den aussuchen, der für mich besser ist. 

 

Soviele liebe Menschen sind schon gestorben und wenn ich selber sterben werde, dann kann ich mir vorstellen, dass ich meinen Vater, Gerhard, meinen Onkel, Fritzi, meinen Hund wieder treffen werde. 

Das ist doch viel besser als sich vorzustellen, alles hört auf und ich werde die Verstorbenen nie wieder sehen. 

 

Und was hab ich zu verlieren. Wenn ich falsch liege, dann hat mich der Gedanke ein Leben lang getröstet und wenn alles vorbei ist, kann ich mich auch nicht mehr darüber ärgern wie dumm ich war. 

 

Und nun komme ich wieder zum Anfang zurück. Möchte ich daran glauben, dass jeder Mensch eine Berufung  hat, die seinem Leben einen Sinn gibt. Oder möchte ich glauben, dass das stupide dahinvegetieren und auf den Tod warten, der einzige Grund ist, warum ich hier bin. 

Du kennst meine Antwort. 

Wie ist deine?

Bin gespannt auf deine Antwort.

 

Alles Liebe 

Chris

 

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Andreas Müller-Alwart (Samstag, 18 Februar 2017 12:44)

    Finde Deine Tipps, Hinweise und Sichtweisen immer spannend und inspirierend, weswegen ich Dir eine weite Verbreitung Deines Newsletters und Deiner Website wünsche. Alles Gute Andreas, Manager - Coach - Journalist, Freiburg

  • #2

    Chris (Montag, 20 Februar 2017 11:31)

    Hi Andreas, danke für dein Feedback und ich hoffe dich weiter inspirieren zu können. al Chris

  • #3

    Franz Ertl (Mittwoch, 22 Februar 2017)

    Hallo Chris
    Du bist nur ein Zweckoptimist.
    Wenn 4 Politiker zu einer Wahl antreten sind alle 4 Optimisten aber nur zwei davon werden wahrscheinlich Stimmenzuwächse haben. Die anderen zwei waren nur Zweckoptimisten.

    Echter Optimismus braucht gute Gründe! Im Falle der Politiker z.B. gute Wahlumfragen, Themenführerschaft mit guten Lösungen, Aufmerksamkeit, ect..

    Wenn es kaum guten Gründe für einen Erfolg gibt ist es besser sich den Pessimismus einzugestehen. Denn dann werde ich versuchen an der schlechten Ausgangsposition etwas zu verändern.
    Vor dem Wettkampf sucht man vielleicht nach taktischen Varianten die den favorisierten Gegner irritiert und überrascht. Danach hat man schon mal die Hoffnung belebt.
    Mit der Einstellung "Mann hat nichts zu verlieren" kann man unbekümmert agieren.
    Es ist wichtig sich eine Ausgangsposition der Chancen zu schaffen.

    Es ist nicht immer möglich optimstisch zu sein daher ist es legitim sein Glück als gut positionierter Aussenseiter zu suchen.

    LG Franz

  • #4

    Chris (Mittwoch, 22 Februar 2017 16:24)

    Hi Franz,
    danke für deinen spannenden Beitrag. Ich bin ganz bei dir, dass man mit dem Rücken zur Wand und als Aussenseiter auch sehr gut fahren kann. Trotzdem muss ich an die Möglichkeit eines Sieges glauben. Ohne diesen Glauben würde ich niemanden in den Ring steigen lassen.
    Doch in meinem Beispiel ging es eigentlich um viel wichtigeres als um die Frage nach dem Ausgang eines Kampfes. Einmal gewinnst du und einmal verlierst du.
    Aber bei der Frage,ob es Gott gibt oder nicht? Oder haben wir eine Berufung oder nicht?
    Da bin ich mit dem Pessimismus immer auf der Verliererseite. Und Zweckoptimist passt da perfekt. Der Zweck heiligt in dem Fall die Mittel.
    Ich will bis zu meinem letzten Atemzug glauben, dass das was ich mache einen Sinn hat und danach kann es mir ja egal sein, wenn es wirklich nichts mehr gibt.
    lg chris